Bei VEND arbeiten wir mit dem agilen Rahmenwerk OKR. OKR steht für „Objectives and Key Results“ und wird für das Ziel- und Performancemanagement eingesetzt. Dabei werden Vision, Mission und die Strategie iterativ auf einen kürzeren Zeithorizont heruntergebrochen, um eine langfristige und nachhaltige Zielerreichung sicherzustellen. Die abgeleiteten „Objectives“ und „Key Results“ werden nicht etwa ein Jahr lang bearbeitet, sondern nur in dem spezifischen Zyklus, welcher meist circa 3 Monate dauert. So kann flexibel auf Änderungen in der Unternehmensumwelt reagiert werden. OKR ist ein Rahmenwerk und keine standardisierte Methode. Das bedeutet in der Praxis, dass die OKR-Implementierung individuell angepasst werden kann. Das reicht von der Länge der einzelnen Zyklen bis zu dem Grad der Umsetzung in der eigenen Organisation: Setze ich OKR im gesamten Unternehmen oder lediglich in ein paar Abteilungen ein? Auf der anderen Seite lebt OKR vom konstanten Weiterentwickeln. Eine Retrospektive je Zyklus ermöglicht es unter anderem Optimierungspotenziale auszumachen: An welchen Stellschrauben kann ich drehen, um OKR noch passgenauer, zielgerichteter und somit effizienter zu nutzen? Mit solchen Fragen beschäftigt sich ein*e OKR-Master*in.

Auch wir haben eine OKR-Masterin, die sich dezidiert um solche Fragestellungen kümmert. Doch was macht ein*e OKR-Master*in genau? Wie wird man OKR-Master*in?

All diesen Fragen hat sich unsere interne OKR-Masterin Alexandra gestellt.

Was macht ein*e OKR-Master*in?

Eine OKR-Master*in füllt mehrere Rollen im OKR-Prozess. Da OKR ein Rahmenwerk ist, ist die Rolle des*der OKR-Masters*in nicht in jeder Organisation deckungsgleich; sie kann so definiert werden, wie es für das individuelle Unternehmen am besten passt. Generell kann der*die OKR-Master*in folgende fünf Rollen füllen.

Als Expert*in verfügt er*sie über ein großes Wissen nicht nur zum Thema OKR, sondern auch über die zugrundeliegende Werte, Rollen, Prinzipien und Dynamiken. Kenntnisse zu Agilität und weitere agile Methoden sind vorteilhaft. Mit diesem Expertenwissen ist man ebenfalls ein*e Prozesswächter*in und dafür verantwortlich den OKR-Zyklus aufzusetzen. Konkret heißt das unter anderem Antworten auf folgende Fragen zu kennen: Wann und in welchem Abstand finden welche Termine statt? Wie lange geht ein Zyklus? Wo im Unternehmen setze ich OKR ein? Als Coach gilt es auch hierbei die Termine zu moderieren und die einzelnen Beteiligten im Prozess bei Fragen zu unterstützen. Wenn Veränderungen im Prozess selbst gewünscht werden, ist man als Facilitator gefragt, diese passend in den OKR-Zyklus zu integrieren, aber auch als Change Agent, um die Beteiligten auf dem Weg mitzunehmen.

Ist ein*e OKR-Master*in notwendig?

Generell ist es empfehlenswert eine*n OKR-Master*in zu haben. Er*Sie dient als neutrale Instanz, die sich einerseits mit der Methodik auskennt und bei Konflikten objektiv vermitteln kann. Jedoch ist OKR ein Rahmenwerk und kann demnach kontinuierlich angepasst werden. Zum einen kann man anfangs ohne OKR-Master*in in die OKR-Zyklen starten und diese Rolle dann zu einem späteren Zeitpunkt nachziehen. Zum anderen ist es auch möglich, eine*n OKR-Master*in schon anfangs im Team zu haben. Auch hier kann sich die festgelegte Rolle vorerst primär auf die Rolle des*der Experten*in und Prozesswächters*in fokussieren und nach und nach erweitert werden.

Wichtig ist jedoch, bei der erstmaligen Implementierung von OKR kompetent begleitet zu werden. Denn Bestehendes zu ändern ist oftmals schwieriger als es direkt richtig aufzusetzen. Denn OKR klingt zwar einfach, aber die Anwendung und Implementierung hat es dennoch in sich.

Was sind deine Aufgaben bei VEND als OKR-Masterin?

In meiner Rolle als OKR-Masterin arbeite ich erst seit etwa einem halben Jahr. Wir bei VEND haben uns darauf verständigt, dass die OKR-Masterin anfangs die Rolle der Expertin, Prozesswächterin und teilweise Coach füllen soll. Nach und nach sollen weitere Aufgaben nachgezogen werden. Daher bin ich einerseits für die Planung des OKR-Zyklus und der Einhaltung der Methodik verantwortlich, wie auch für die Moderation der Termine. Ich stehe mit Rat und Tat zur Seite, wenn Fragen zu der Methodik oder zu OKR bei VEND hochkommen. Zudem führe ich neue Mitarbeiter in OKR ein. Bei entstehenden Konflikten versuche ich zu vermitteln und nie das Ziel – den erfolgreichen Abschluss des OKR-Zyklus -aus den Augen zu verlieren. Denn schließlich zählt das Ergebnis, das wir alle so effizient wie möglich erreichen wollen. Das muss ich als OKR-Masterin sicherstellen.

Wie werde ich OKR-Master*in? Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen?

Um als OKR-Master*in zu arbeiten, ist erstmals keine spezifische Ausbildung notwendig. Es gibt jedoch Zertifizierungsprogramme, wie wir sie bei VEND anbieten.

Wenn Interesse an einer Implementierung von OKR oder an der Ausbildung von einem*einer OKR-Master*in besteht, melden Sie sich gerne bei uns.

Dort werden die wichtigsten Grundlagen vermittelt: Was ist OKR? Welche Prinzipien liegen OKR zu Grunde? Welche Rollen gibt es im OKR-Zyklus? Wie plane ich den Zyklus? Wie moderiere ich die Termine? Welche Konflikte können aufkommen und wie löse ich sie?

Wichtig für die Rolle ist es, ein Interesse an OKR und agilen Methoden zu haben und sich damit sehr gut auszukennen. Erste Erfahrungen als (agiler) Coach, Scrum-Master oder ähnliches sind vorteilhaft, aber kein Muss. Zudem ist ein gewisses Maß an Planungssinn und Moderationsfähigkeiten essenziell, da man durch die Planung und das Abhalten der Termine dauerhaft damit konfrontiert wird. Fehlende Erfahrung im Change-Management kann durch Empathie, Menschenkenntnis und Konfliktmanagement wett gemacht werden.

Kann ich als OKR-Master*in auch bei den OKR inhaltlich mitarbeiten?

Als OKR-Master*in sollte man hauptsächlich eine neutrale Instanz sein, die einen objektiven Blick auf den Zyklus hat. Eine inhaltliche Mitarbeit ist grundsätzlich denkbar, wenn es nicht anders ressourcentechnisch möglich ist. Dennoch sollte man sich bewusst sein, dass dies ein hohes Konfliktpotenzial birgt und man seine Rolle als OKR-Master*in gegebenenfalls nicht mehr so wahrnehmen kann, wie es ursprünglich gedacht war.

Wie viel Zeit nimmt deine Arbeit als OKR-Masterin in Anspruch?

Als Unternehmensberatung ist unser Kerngeschäft hauptsächlich die Projektarbeit, daher arbeite ich nur einige Stunden pro Woche als interne OKR-Masterin. Pro Monat ist das in Summe circa ein ganzer Tag, den ich als OKR-Masterin arbeite. Da am Anfang des Zyklus die Termine zur inhaltlichen Planung des kommenden OKR-Zyklus stattfinden, summiert sich das in diesen Wochen immer sehr; dafür ist es aber in den folgenden Wochen, wenn alles seinen gewohnten Gang läuft, weniger Zeitaufwand. Wenn aber weitere methodische Änderungen oder mehrere Einführungen von Mitarbeitern anstehen, sind dies natürlich zusätzliche zeitliche Aufwände, die zu beachten sind.

Gibt es Konflikte?

Als OKR-Master*in hat man zum einen für die Moderation der Termine zu sorgen, schließlich sollen sie stringent und zielgerichtet ablaufen. Daher kann es notwendig werden, aufkommende Diskussionen zu unterbinden, wenn diese inhaltlich nicht in den Termin passen. Zum anderen kann es auch ein paar Konflikte bei inhaltlichen Differenzen oder auch schon bei der Planungsphase geben. Hier bin ich als OKR-Masterin als Coach gefragt, um entstehende Unstimmigkeiten zu moderieren.

Was hast du als OKR-Masterin gelernt, was dir früher bei der inhaltlichen Mitarbeit an den OKR nicht aufgefallen ist?

Mir ist noch einmal mehr bewusst geworden, dass OKR zwar ein schnell erklärtes, simpel anmutendes Konzept ist, dessen Umsetzung jedoch viel Expertise und Fingerspitzengefühl erfordert. Dies kann von inhaltlichen Differenzen in der Ausarbeitung oder Planungsphase bis zur organisatorischen Vorbereitung der einzelnen Termine gehen.

 

Möchten auch Sie die Vorteile von OKR nutzen? Haben Sie Interesse an der Ausbildung eines*einer OKR Masters*in?

Wir unterstützen Sie gerne und freuen uns über Ihre Kontaktaufnahme.

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